Bereichsübergreifende Grundsätze ESF Plus: So füllen Sie den Fragebogen für die BAFA-Förderung korrekt aus
Inhaltsübersicht
Der Fragebogen bereichsübergreifende Grundsätze des ESF Plus ist ein Pflichtformular im Programm Förderung von Unternehmensberatungen für KMU. Er gehört zu den Unterlagen, mit denen im Verwendungsnachweis dokumentiert wird, ob die Beratung Aspekte der Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und ökologischen Nachhaltigkeit berührt.
Für die BAFA-Förderung ist wichtig: Der Fragebogen folgt dem tatsächlichen Beratungsinhalt. Sauber ist das Formular dann, wenn die Antworten zum Beratungsbericht passen und die Beratung in Übereinstimmung mit der Förderrichtlinie nachvollziehbar beschrieben wird.
Praxisregel
Alles, was im Fragebogen mit „Ja“ beantwortet wird, sollte im Beratungsbericht nachvollziehbar auftauchen. Wenn überall „Nein“ steht, verlangt das Merkblatt eine Begründung im Bericht.
Kurz gesagt: Warum dieser Fragebogen wichtig ist
Das Förderprogramm wird aus Mitteln von Bund und ESF Plus unterstützt. Deshalb müssen die bereichsübergreifenden Grundsätze des ESF auch bei der Bewilligung und Auszahlung des Zuschusses sauber berücksichtigt werden. Laut BAFA-Merkblatt ist der Fragebogen Bestandteil des Beratungsberichts und vollständig durch die Beraterin oder den Berater auszufüllen.
Es geht nicht darum, künstlich passende Antworten zu erzeugen. Es geht darum, ehrlich zu dokumentieren, welche Querschnittsthemen in der Beratung tatsächlich behandelt oder zumindest inhaltlich berührt wurden.
Formular, Unterlagen und Förderrichtlinie: Was zusammengehört
Der ESF-Plus-Fragebogen gehört nicht zur ersten Antragstellung, sondern zu den Antrags- und Verwendungsnachweisunterlagen am Ende der Beratung. Nach der Antragstellung prüfen Leitstelle und BAFA die formalen Fördervoraussetzungen sowie die Beratereigenschaft. Für den Abschluss zählt dann, dass Bericht, Formular, Rechnung und Nachweise zusammenpassen.
Je nach Ablauf kann auch der regionale Ansprechpartner bzw. Regionalpartner der Leitstelle eine praktische Rolle spielen, zum Beispiel bei Fragen zur Einreichung oder zu Fristen. Inhaltlich bleibt aber der Maßstab: Die Angaben im Verwendungsnachweisformular müssen mit Beratungsauftrag, Beratungsbericht und Förderrichtlinie zusammenpassen.
Die drei Grundsätze im Überblick
Der Fragebogen ist in drei Themenbereiche gegliedert. Viele normale KMU-Beratungen berühren mindestens einen davon, zum Beispiel bei Personal, Organisation, Digitalisierung, Beschaffung oder Prozessoptimierung.
Gleichstellung
Zum Beispiel Arbeitszeiten, Vereinbarkeit, Rollenbilder, Personalentwicklung, Aufstiegschancen und gendersensible Beratungskonzepte.
Nichtdiskriminierung
Zum Beispiel Barrierefreiheit, inklusive Prozesse, Zugänglichkeit, AGG, EU-Grundrechtecharta und Umgang mit diskriminierungsgefährdeten Gruppen.
Ökologische Nachhaltigkeit
Zum Beispiel ressourcenschonende Prozesse, digitale Abläufe, nachhaltige Beschaffung, Mobilität, Energie und Sensibilisierung.
Gerade bei Organisations-, Fachkräfte-, Digitalisierungs- oder Prozessberatungen ist ein Bezug oft naheliegend. Entscheidend ist aber immer der konkrete Beratungsauftrag.
So füllst du den Fragebogen sauber aus
- Vom Beratungsinhalt ausgehen: Prüfe zuerst, welche Themen wirklich beraten wurden. Der Fragebogen folgt dem Bericht, nicht umgekehrt.
- Ja nur bei echtem Bezug: Eine Ja-Antwort ist sinnvoll, wenn der Punkt Teil der Beratung war oder inhaltlich berührt wurde. Dann sollte der Bericht diese Stelle erkennen lassen.
- Nein nicht verstecken: Wenn ein Bereich nicht vorkam, ist „Nein“ in Ordnung. Wenn alle Einzelfragen der Grundsätze mit Nein beantwortet werden, muss im Bericht begründet werden, warum kein Bezug bestand.
- Beispiele konkret halten: Besser „Einführung flexibler Schichtplanung zur besseren Vereinbarkeit“ als „Gleichstellung wurde berücksichtigt“.
- Unterlagen gemeinsam prüfen: Vor dem Upload sollten Beratungsbericht, Formular, Rechnung, Zahlungsnachweis und bei Bedarf Kontoauszug zusammenpassen.
Typische Fehler im Verwendungsnachweisformular
- Der Fragebogen wird pauschal ausgefüllt, ohne dass die Antworten im Bericht nachvollziehbar sind.
- Alle Punkte werden mit „Nein“ beantwortet, aber die erforderliche Begründung fehlt.
- Der Beratungsbericht enthält nur Tätigkeitsnachweise oder allgemeine Lehrbuchtexte statt individueller Analyse, Schwachstellen und Handlungsempfehlungen.
- Die Antworten im PDF-Fragebogen weichen von den elektronisch übertragenen Antworten im Verwendungsnachweis ab.
- Die unterschriebene Erklärung zur Kenntnisnahme des Merkblatts zur Achtung der Charta der Grundrechte wird mit dem Fragebogen verwechselt. Beides sind unterschiedliche Unterlagen.
Einreichung des Verwendungsnachweises
Am Ende wird der Beratungsbericht inklusive Fragebogen im Online-Verfahren zum Verwendungsnachweis hochgeladen. Der Bericht muss die tatsächlich erbrachte Beratung dokumentieren. Das antragstellende Unternehmen bestätigt den Bericht mit Datum, und die durchführende Beraterin oder der durchführende Berater bestätigt ebenfalls, dass der Bericht selbst erstellt wurde und alle tatsächlich durchgeführten Beratungsleistungen enthält.
Wenn du den Gesamtprozess sauber halten willst, lies ergänzend den Beitrag zu Beratungsinhalten und Beratungsbericht sowie den Artikel zu Zuschuss, Zahlung und Zahlungsnachweis.
Unterlagen vor Einreichung prüfen lassen?
Wenn Fragebogen, Beratungsbericht und Verwendungsnachweis zusammenpassen müssen, lohnt sich ein sauberer Vorabcheck. Wir unterstützen bei der Struktur, prüfen typische Stolperstellen und helfen, Rückfragen zu vermeiden.
